Wirkmechanismen
HBOT entfaltet seine therapeutische Wirkung über fünf eigenständige und sich ergänzende physiologische Mechanismen, die jeweils zu seiner breiten klinischen Anwendbarkeit beitragen.
Hyperoxygenierung & Vasokonstriktion
HBOT kehrt die Gewebehypoxie um und induziert zugleich eine Vasokonstriktion, wodurch Ödeme reduziert werden, ohne die Sauerstoffversorgung zu beeinträchtigen.
Neovaskularisation & Angiogenese
Die Hyperoxie stimuliert die Freisetzung von VEGF, PDGF und FGF und fördert die Kapillarsprossung sowie die Bildung von Granulationsgewebe in chronischen Wunden.
Antimikrobielle Wirkung
Hohe Sauerstoffspannungen verstärken die oxidative Abtötungskapazität der Leukozyten und sind für anaerobe Bakterien wie Clostridium perfringens unmittelbar tödlich.
Gasvolumen-Reduktion
Nach dem Boyle-Gesetz reduziert ein erhöhter Druck das Volumen von Gasblasen im Blut — der primäre Mechanismus bei Dekompressionskrankheit und arterieller Gasembolie.
Anti-Aging & Zelluläre Regeneration
HBOT aktiviert die Telomerase, induziert senolytische Effekte, mobilisiert Stammzellen und verstärkt die antioxidative Abwehr über das hyperoxisch-hypoxische Paradoxon.